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26.12.2011, 10:41 Uhr
Eine Weihnachtsbetrachtung
von Ekkehard Maase, EAK Kreisvorsitzender
Wann fängt Weihnachten an?

Alles starrt gebannt nach Brüssel! Von hier kommen seit Wochen und Monaten immer wieder neue Hiobsbotschaften über die Krise der Eurozone, über fehlende Milliarden und noch mehr Milliarden. Sei es Griechenland, sei es Italien oder wie die Schuldenmeister noch heißen. Hilfspakete werden geschnürt und erweisen sich zu klein, Kompromisse werden geschlossen, deren Tragfähigkeit zweifelhaft bleibt.

Und dabei geht es um viel Geld, sehr viel Geld. Geld, das dringend an allen Ecken und Kanten benötigt wird, Geld für Bildung, Infrastruktur und soziale Projekte. In einer Zeit, in der die Schere zwischen arm und reich in Deutschland so weit ist wie seit Jahren nicht, wird gerade für den sozialen Sektor mehr getan werden müssen, von unserer Verantwortung weltweit ganz zu schweigen.

Dennoch: Es geht um Geld – nur um Geld. Es wäre falsch, die Bedeutung des Geldes in unserer Gesellschaft kleinreden zu wollen. Aber gerade jetzt – kurz vor Weihnachten – blicken wir auf einen, der sich auf das Wesentliche konzentriert hat: auf die Beziehung zu Menschen, auf Verantwortung und auf sein Gottvertrauen. Von Geld ist da keine Rede. Es wird weder verteufelt noch vergöttlicht. Es ist einfach (nur) Geld. Und es gehört zu den Aufgaben der politisch Verantwortlichen, mit diesem Geld, unserem Geld, verantwortungsvoll umzugehen. Wie hartnäckig unsere Kanzlerin dies tut, kann man nur bewundern. Ebenso bewundernswert ist das eiserne Festhalten an den Sparzielen unserer Landesregierung, obwohl es doch so verlockend ist, im Wahlkampf anderes zu versprechen. Aber auch die Wähler wissen, dass es in der Politik nicht um Geld geht, sondern um die Menschen, das Land und das Meer. Geld ist ein gutes Mittel dafür, aber niemals Zweck.

Ich hoffe in diesen Tagen auf ein Innehalten, ein Absehen von den sich überstürzenden Finanzmärkten und den teilweise verheerenden Haushaltsplänen. Denn nur wenn wir absehen von dem, worauf wir sonst gebannt schauen, können wir es Weihnachten werden lassen.

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt,
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt,

wenn der Laute bei dem Stummen verweilt
und begreift, was der Stumme ihm sagen will,
wenn das Leise laut wird und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos,
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkeln ein winziges Licht
Geborgenheit und helles Leben verspricht,

dann, ja dann,
fängt Weihnachten an!

Rolf Krenzer



Ihnen allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr

(Ekkehard Maase, Kreisvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises in der CDU)
 


aktualisiert von Hans Bleckmann, 26.12.2011, 10:49 Uhr