Presse
Zum Umgang mit der Wahrheit
es mag ungewöhnlich sein, diesen Brief mit einem biblischen Wort zu beginnen. In einer politisch – hektischen Zeit kann ein solches Wort ein wichtiger wegweisender Denkanstoß sein. So steht beim Propheten Sacharja im Kap. 8 Vers 18 zu lesen: .
„Rede einer mit dem anderen Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren“
In einer vor etlichen Jahren ausgelegten kurzen Andacht zu diesem Wort heißt es dazu:
„Es ist wie ein Traum: Jerusalem ein Ort, wo jeder zu Hause sein soll, wo jeder ankommen, wo alle Sehnsucht Wirklichkeit werden kann. Es ist mehr als ein Traum, denn der Ewige will diesen Ort allen Ankommens.
Es liegt nun aber an den Menschen, dass die Vision bleibt.
Ein menschliches Miteinander verkommt, wo um Wahrheit nicht gerungen wird, wo
Halbwahrheiten, Verschwiegenes und Lügen als normal gelten und die Gesellschaft prägen.
So glückt Leben nicht! Der Mut zu Wahrhaftigkeit, gerechtem Handeln und Unbestechlichkeit
ist das Heilmittel für ein Miteinander, das glückt. (Der Verfasser ist abgekürzt genannt mit WCH)
„Rede einer mit dem anderen Wahrheit und richtet recht, schafft Frieden in euren Toren“
In einer vor etlichen Jahren ausgelegten kurzen Andacht zu diesem Wort heißt es dazu:
„Es ist wie ein Traum: Jerusalem ein Ort, wo jeder zu Hause sein soll, wo jeder ankommen, wo alle Sehnsucht Wirklichkeit werden kann. Es ist mehr als ein Traum, denn der Ewige will diesen Ort allen Ankommens.
Es liegt nun aber an den Menschen, dass die Vision bleibt.
Ein menschliches Miteinander verkommt, wo um Wahrheit nicht gerungen wird, wo
Halbwahrheiten, Verschwiegenes und Lügen als normal gelten und die Gesellschaft prägen.
So glückt Leben nicht! Der Mut zu Wahrhaftigkeit, gerechtem Handeln und Unbestechlichkeit
ist das Heilmittel für ein Miteinander, das glückt. (Der Verfasser ist abgekürzt genannt mit WCH)
Sind wir zum Reden in Wahrheit mit anderen noch bereit, gar willens?
bezweifelt werden, ob alles Reden und Argumentieren der Wahrheitssuche und – findung förderlich ist. Vielfach - so verfestigt sich der Eindruck – rückt das Trachten nach Effekthascherei, das Bloßstellen des politischen Kontrahenten, die erregende Emotionalisierung, das Niedermachen des Andersdenkenden in den Vordergrund öffentlicher Debatten. Unterstellungen, Verachtung, Besserwisserei, Häme und dergleichen treten an die Stelle des ehrlichen und fairen Ringens um bestmögliche Lösungen in Sachfragen. Wenn die Politik
nicht an der bewährten demokratischen Diskussionskultur und Konsensfähigkeit zurückfindet, wird ein weiterer
Ansehensverlust die Folge sein und noch mehr Bürger von einem Engagement in Parteien und Politik fernhalten.
Einzelne politische Auseinandersetzungen der letzten Monate haben öffentlich Beispiele
dafür geliefert, wie schwer es Menschen fällt, sowohl in der Politik als auch jenen des öffentlichen Lebens, in bedrängten Situationen ein Eingeständnis von Fehlern über die Lippen zu bringen und Verantwortung für Fehlentwicklungen zu übernehmen. Der Hinderungsgrund, sich zur Wahrheit zu bekennen, ist darin zu suchen, dass man oft genau weiß, wo Fehler gemacht worden sind und was richtig oder falsch gelaufen ist. Man ist aber zu bequem, gar feige und hat Angst sich vor der Öffentlichkeit zu seinen Fehlern und Irrtümern zu bekennen. Unterschätzt werden die Folgen dann, wenn die Medien ins Spiel kommen. Diese verstärken Verdachtsmomente und Spekulationen, die sie Millionenfach unters Volk transportieren und so in Begründungszwang Geratene noch
mehr bedrängen.
Ein Chefarzt demonstrierte kürzlich, wie man argen Situationen offensiv begegnen kann,
als er für einen Vorfall mit Todesfolge in seiner Klinik ohne sein persönliches Verschulden die Verantwortung für sein Team zu übernehmen hatte. Als er von seinem Krisenstab gefragt wurde, ob man alle über alles so offen informieren solle, reagierte er darauf so:
„Ich kann mich als Chef nicht hinstellen und beim ersten Fehler, der unsere Klink in den Grundfesten betrifft, sagen, das kehren wir unter den Teppich“.
Und er fügte hinzu:
„Und dann gibt es noch mein evangelisches Wahrheitsverständnis. Ich finde es nicht richtig zu lügen. Deine Antworten seien ja, ja und nein, nein. Und nicht irgendwie dazwischen. Dabei würde ich mich nicht wohl fühlen. Die Wahrheit hat auch etwas Befreiendes. Ich denke die Wahrheit zu sagen hat viele Vorteile. Es gibt nur ein Problem: man muss dafür relativ mutig sein“:
Mit dieser Einstellung trat er vor die Öffentlichkeit und nahm so weiteren Spekulationen die Spitze.
Der Bischof der Evangelischen-lutherischen Landeskirche in Bayern, Dr. Friedrich
konfrontierte in seinem Beitrag des Magazins „chrismon“ Nr. 5/2011 die Leser mit der Frage:
„Haben Sie sich in den letzten Wochen auch schon einmal gefragt, welcher Politiker denn bereit ist, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat? Haben Sie sich angesichts der Aussagen über die nun notwendige Energiepolitik auch gefragt, warum eigentlich kein Politiker über die eigenen Fehlentscheidungen gesprochen hat – und zwar egal, ob es Politiker der Couleur Schwarz – Gelb Oder Rot – Grün waren?
Können Politiker überhaupt Fehler zugeben?
Auf diese Frage gab der Bischof auch die Antwort, wenn er schreibt:
„Genau das tut der Politiker und Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Günter Beckstein, in seinem Buch über die ‚Zehn Gebote’. In ihm schreibt er, welche Bedeutung für ihn als Politiker diese Gebote haben“.
An anderer Stelle führt er weiter aus:
„Und es ist interessant, dass Beckstein zu fast allen Themen der politischen Ethik von einem der Gebote her Stellung nehmen kann. Am meisten hat mich als Bischof der Satz beeindruck: ‚Im Nachhinein betrachte ich es als Fehler’ – nämlich seine (Beckstein’s) Haltung zur Öffnung der Sonntagschutzes. Ich erwähne dies hier nicht, weil Beckstein mir in dieser Frage nachträglich recht gibt, sondern weil ich es ein großartiges Zeichen finde, wenn ein Politiker in der Lage ist zu sagen: ‚Das war ein Fehler’.
Solch eine Haltung vermissen wir ja bei Politikern häufig, auch in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die richtige Energiepolitik – übrigens nicht nur auf der einen Seite der Debatte. Es ist doch keine Schande, wenn Politiker aufgrund der Ereignisse sagen würden: Das war ein Fehler“.
Überall wo Menschen sind und arbeiten gibt es Fehler!
Sie gibt es natürlich in der Politik, in den Medien, unter den Journalisten, den Kirchen, den Theologen und den dort Dienst ausübenden Personen, den Gemeindeverwaltungen, unter den Lehrern den Wissenschaftlern usw. Nichts ist gegen Fehler und ihren Aufdeckungen einzuwenden, zumal wenn diese von Personen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Werden Fehler nicht angesprochen und nicht aufgedeckt, eröffnet sich ein Feld für unheilvolle Spekulationen. Bei dann aufkommender Empörung werden – seltsamerweise immer nur dann – die vergessen geglaubten Werte und Tugenden wieder zum Maßstab des Unfehlbaren erhoben und in
Erinnerung gerufen.
Wer klärt uns auf, wer recht hat?
Welcher Verantwortungsträger in der Politik kann bei den derzeit massiv aufkommenden Problemen wie Energie, Atom- und Kernkraft, Klimawandel, Schutz der Natur, Nahrungsmittelversorgung, Entwicklungshilfe, Schuldenbremse, Finanzkrisen, Euroentwicklung, Migrations - und Integrationspolitik, Folgen der Demographie,
ebenso Infrastruktur – und Bildungspolitik absolut frei von Fehlern und Fehlentscheidungen bleiben?
Dies alles erfordert eine sorgfältige Information. Wohl zu keiner Zeit wurden wir umfassender informiert, als in unseren Tagen. Aber diese notwendigen Mehrinformationen sind vorwiegend von quantitativer Natur. Die Qualität muss sich der Informierende selbst bilden. Ein Erfordernis, das nur schwer erfüllbar erscheint. Denn das Mehr an Informationen, die uns täglich in Überfülle erreichen, bringen kein besseres Verständnis der Wirklichkeiten, keine vernünftigen Urteile, und geben uns keinen klaren Überblick über das notwendige Handeln. Ist es übertrieben, wenn heute in den Medien ein Mittel der Fernsteuerung unserer Meinungsbildung gesehen wird? Es gilt Informationsquellen zu finden, die den sich Informierenden eine Orientierungshilfe auf der Suche nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit ermöglichen.
Die Suche nach Lösungen schließt menschliche Irrtümer nicht aus
Diese Erkenntnis und das Wissen darum ist für die CDU eine dauerhafte Erinnerung daran, dass die Fehlbarkeit des Menschen und sein Handeln auch in der modernen Welt nicht auszuschließen ist. In dem jeder Mensch akzeptiert, dass er schuldig werden, sich irren kann und sich dazu bekennt, dass er nicht vollkommen ist, verschont er sich davor, sein Wirken, seine Taten absolut zu setzen oder deren Perfektion für sich in Anspruch zu nehmen. Diese Haltung entspricht dem CDU – Grundsatz des christlichen Menschenbildes.
Setzen wir auf die Weisheit, zeigen wir Mut, für die Wahrheit unseres Handelns zu stehen, dann leisten wir einen glaubwürdigen Beitrag für das Ansehen der Parteien und der Politik.
bezweifelt werden, ob alles Reden und Argumentieren der Wahrheitssuche und – findung förderlich ist. Vielfach - so verfestigt sich der Eindruck – rückt das Trachten nach Effekthascherei, das Bloßstellen des politischen Kontrahenten, die erregende Emotionalisierung, das Niedermachen des Andersdenkenden in den Vordergrund öffentlicher Debatten. Unterstellungen, Verachtung, Besserwisserei, Häme und dergleichen treten an die Stelle des ehrlichen und fairen Ringens um bestmögliche Lösungen in Sachfragen. Wenn die Politik
nicht an der bewährten demokratischen Diskussionskultur und Konsensfähigkeit zurückfindet, wird ein weiterer
Ansehensverlust die Folge sein und noch mehr Bürger von einem Engagement in Parteien und Politik fernhalten.
Einzelne politische Auseinandersetzungen der letzten Monate haben öffentlich Beispiele
dafür geliefert, wie schwer es Menschen fällt, sowohl in der Politik als auch jenen des öffentlichen Lebens, in bedrängten Situationen ein Eingeständnis von Fehlern über die Lippen zu bringen und Verantwortung für Fehlentwicklungen zu übernehmen. Der Hinderungsgrund, sich zur Wahrheit zu bekennen, ist darin zu suchen, dass man oft genau weiß, wo Fehler gemacht worden sind und was richtig oder falsch gelaufen ist. Man ist aber zu bequem, gar feige und hat Angst sich vor der Öffentlichkeit zu seinen Fehlern und Irrtümern zu bekennen. Unterschätzt werden die Folgen dann, wenn die Medien ins Spiel kommen. Diese verstärken Verdachtsmomente und Spekulationen, die sie Millionenfach unters Volk transportieren und so in Begründungszwang Geratene noch
mehr bedrängen.
Ein Chefarzt demonstrierte kürzlich, wie man argen Situationen offensiv begegnen kann,
als er für einen Vorfall mit Todesfolge in seiner Klinik ohne sein persönliches Verschulden die Verantwortung für sein Team zu übernehmen hatte. Als er von seinem Krisenstab gefragt wurde, ob man alle über alles so offen informieren solle, reagierte er darauf so:
„Ich kann mich als Chef nicht hinstellen und beim ersten Fehler, der unsere Klink in den Grundfesten betrifft, sagen, das kehren wir unter den Teppich“.
Und er fügte hinzu:
„Und dann gibt es noch mein evangelisches Wahrheitsverständnis. Ich finde es nicht richtig zu lügen. Deine Antworten seien ja, ja und nein, nein. Und nicht irgendwie dazwischen. Dabei würde ich mich nicht wohl fühlen. Die Wahrheit hat auch etwas Befreiendes. Ich denke die Wahrheit zu sagen hat viele Vorteile. Es gibt nur ein Problem: man muss dafür relativ mutig sein“:
Mit dieser Einstellung trat er vor die Öffentlichkeit und nahm so weiteren Spekulationen die Spitze.
Der Bischof der Evangelischen-lutherischen Landeskirche in Bayern, Dr. Friedrich
konfrontierte in seinem Beitrag des Magazins „chrismon“ Nr. 5/2011 die Leser mit der Frage:
„Haben Sie sich in den letzten Wochen auch schon einmal gefragt, welcher Politiker denn bereit ist, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat? Haben Sie sich angesichts der Aussagen über die nun notwendige Energiepolitik auch gefragt, warum eigentlich kein Politiker über die eigenen Fehlentscheidungen gesprochen hat – und zwar egal, ob es Politiker der Couleur Schwarz – Gelb Oder Rot – Grün waren?
Können Politiker überhaupt Fehler zugeben?
Auf diese Frage gab der Bischof auch die Antwort, wenn er schreibt:
„Genau das tut der Politiker und Vizepräses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Günter Beckstein, in seinem Buch über die ‚Zehn Gebote’. In ihm schreibt er, welche Bedeutung für ihn als Politiker diese Gebote haben“.
An anderer Stelle führt er weiter aus:
„Und es ist interessant, dass Beckstein zu fast allen Themen der politischen Ethik von einem der Gebote her Stellung nehmen kann. Am meisten hat mich als Bischof der Satz beeindruck: ‚Im Nachhinein betrachte ich es als Fehler’ – nämlich seine (Beckstein’s) Haltung zur Öffnung der Sonntagschutzes. Ich erwähne dies hier nicht, weil Beckstein mir in dieser Frage nachträglich recht gibt, sondern weil ich es ein großartiges Zeichen finde, wenn ein Politiker in der Lage ist zu sagen: ‚Das war ein Fehler’.
Solch eine Haltung vermissen wir ja bei Politikern häufig, auch in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die richtige Energiepolitik – übrigens nicht nur auf der einen Seite der Debatte. Es ist doch keine Schande, wenn Politiker aufgrund der Ereignisse sagen würden: Das war ein Fehler“.
Überall wo Menschen sind und arbeiten gibt es Fehler!
Sie gibt es natürlich in der Politik, in den Medien, unter den Journalisten, den Kirchen, den Theologen und den dort Dienst ausübenden Personen, den Gemeindeverwaltungen, unter den Lehrern den Wissenschaftlern usw. Nichts ist gegen Fehler und ihren Aufdeckungen einzuwenden, zumal wenn diese von Personen, die im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen. Werden Fehler nicht angesprochen und nicht aufgedeckt, eröffnet sich ein Feld für unheilvolle Spekulationen. Bei dann aufkommender Empörung werden – seltsamerweise immer nur dann – die vergessen geglaubten Werte und Tugenden wieder zum Maßstab des Unfehlbaren erhoben und in
Erinnerung gerufen.
Wer klärt uns auf, wer recht hat?
Welcher Verantwortungsträger in der Politik kann bei den derzeit massiv aufkommenden Problemen wie Energie, Atom- und Kernkraft, Klimawandel, Schutz der Natur, Nahrungsmittelversorgung, Entwicklungshilfe, Schuldenbremse, Finanzkrisen, Euroentwicklung, Migrations - und Integrationspolitik, Folgen der Demographie,
ebenso Infrastruktur – und Bildungspolitik absolut frei von Fehlern und Fehlentscheidungen bleiben?
Dies alles erfordert eine sorgfältige Information. Wohl zu keiner Zeit wurden wir umfassender informiert, als in unseren Tagen. Aber diese notwendigen Mehrinformationen sind vorwiegend von quantitativer Natur. Die Qualität muss sich der Informierende selbst bilden. Ein Erfordernis, das nur schwer erfüllbar erscheint. Denn das Mehr an Informationen, die uns täglich in Überfülle erreichen, bringen kein besseres Verständnis der Wirklichkeiten, keine vernünftigen Urteile, und geben uns keinen klaren Überblick über das notwendige Handeln. Ist es übertrieben, wenn heute in den Medien ein Mittel der Fernsteuerung unserer Meinungsbildung gesehen wird? Es gilt Informationsquellen zu finden, die den sich Informierenden eine Orientierungshilfe auf der Suche nach Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit ermöglichen.
Die Suche nach Lösungen schließt menschliche Irrtümer nicht aus
Diese Erkenntnis und das Wissen darum ist für die CDU eine dauerhafte Erinnerung daran, dass die Fehlbarkeit des Menschen und sein Handeln auch in der modernen Welt nicht auszuschließen ist. In dem jeder Mensch akzeptiert, dass er schuldig werden, sich irren kann und sich dazu bekennt, dass er nicht vollkommen ist, verschont er sich davor, sein Wirken, seine Taten absolut zu setzen oder deren Perfektion für sich in Anspruch zu nehmen. Diese Haltung entspricht dem CDU – Grundsatz des christlichen Menschenbildes.
Setzen wir auf die Weisheit, zeigen wir Mut, für die Wahrheit unseres Handelns zu stehen, dann leisten wir einen glaubwürdigen Beitrag für das Ansehen der Parteien und der Politik.
aktualisiert von Hans Bleckmann, 10.09.2011, 17:31 Uhr

